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212-2406 Evolution, Schöpfung und die Frage nach dem Sinn

Status Kurs abgeschlossen
Beginn Mo., 20.09.2021, 15:40 - 17:10 Uhr
Dauer 1 Termin
Kursgebühr frei mit Akademie-Pass
Kursleitung Winfried Anslinger
Anmeldung telefonisch oder per E-Mail

Glaube, der sich in eine Sonderwelt zurück zieht, indem er Natur und empirische Welt für irrelevant erklärt, nimmt sich selbst nicht ernst und gehört ins Unterhaltungsfach. Naturwissenschaft, die Erkenntnis auf Ergebnisse empirischer Forschung beschränkt, liefert unsere Lebenswelt an einen besinnungslos autonomen Prozess aus, der sich selbst beschleunigt bis zum Crash. Wer das Leben bestehen und unsere Zukunft gestalten will, braucht ein Ziel. Das hängt ab von einem Konzept, in welchem die Rolle des Menschen im Ganzen der Schöpfung sinnhaft verortet ist. Dazu braucht es Impulse aus beiden Kontinenten der Erkenntnis: aus Verstehen und Wissen. Gelingt es uns eine Brücke zu schlagen, könnten Erkenntnisse hin und her gelangen und auf beiden Böden fruchtbar werden. Aus heutiger Sicht lassen sich zwar keine breiten Boulevards mehr bauen, wie sie die Barockzeit noch kannte. Doch Fundamente für Brückenköpfe lassen sich legen: Dem umfassendsten Konzept unseres Naturwissens, der Evolutionstheorie, entspricht auf theologischem Ufer das Konzept der Schöpfung.      

1. Die biblischen Erzählungen und Bekenntnisse behaupten die Kontingenz allen Geschehens vom Willen Gottes her. Findet sich Kontingenz nicht auch im Prozess der Evolution?

2. Nicht nur die Menschheit hat eine Geschichte, auch die Natur folgt historischer Logik. Man bemerkt das nur nicht, weil natürliche Vorgänge sehr große Zeiträume füllen. Beide Entwicklungslinien folgen aber zB dem unumkehrbaren Zeitstrahl.

3. Nur scheinbar folgt der Kosmos einem quasi - platonischen Modell von "unveränderlich feststehenden" Naturgesetzen. Ohne Kontingenz gäbe es weder Welt noch Leben.

4. Das ist kein Gottesbeweis, zeigt aber die Offenheit der Systeme. Sollte Gott existieren, hat er notwendig mit der empirischen Welt zu tun. Und es lassen sich drei notwendige Eigenschaften angeben: Unbegrenzbarkeit, Aseität und Wirksamkeit durch verborgene Kontingenz.

5. Gott lässt sich nicht beweisen. Auch gibt es keinen Anlass, unser Naturwissen zu taufen. Doch wäre es leichtsinnig, mögliche Spuren Gottes zu ignorieren, wenn der gesunde Menschenverstand uns ermöglicht, ein paar Fenster aufzumachen und einen Blick auf Möglichkeiten zu richten, wie unser menschliches In-der-Welt-sein sinnhaft umfangen sein kann.



Kurs abgeschlossen


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